Die ominöse Kiste – Upcycling eines Männershirts

 

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Habt Ihr auch so eine Kiste, Ecke oder sonst was, wo Ihr Dinge reinschmeisst, die Ihr irgendwann mal ändern, reparieren oder gar fertig machen wollt? Eine Kiste voller UFOs (unfinished Objects)?

Ich habe eine Kiste in der Ecke. Es ist nicht mal eine Kiste, sondern nur ein Karton, den man aber unter den vielen Klamotten nur erahnen kann.

Da ja in diesem Jahr noch ein Umzug ansteht, habe ich mich neulich diesem Karton gewidmet und mistete ordentlich aus. Viele Ufos (unfinished Objects) flogen direkt in den Altkleidersack. Wenn eine Strickjacke, fertig zugeschnitten und bereits zusammengesteckt, seit gut 4 Jahren im Karton liegt und mittlerweile auch viel zu groß wäre, tendiert die Chance der baldigen Fertigstellung gen Null.

Dem nie getragenen T-Shirt meines Sohnes hingegen wollte ich neues Leben einhauchen. Er hatte vor vielen Jahren von meiner Mutter 2 weiße T-Shirts geschenkt bekommen. Allerdings fielen sie bei ihm aufgrund des V-Ausschnitts umgehend durch.

Letztes Jahr hatte ich das erste Shirt umgearbeitet und per Hand bemalt.

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Irgendetwas stimmt allerdings mit der Textilfarbe nicht. Ich habe sie gemäß Anweisung aufgetragen, trocknen lassen und fixiert. Dennoch glitzern alle Teile, die mit dem Shirt in der Wäsche waren um die Wette.  Gut, dass meine Söhne ihre eigenen Haushalte haben. Spätestens dann wären sie definitiv ausgezogen.

Shirt Nr. 2 war jetzt diese Woche dran und ich wünschte, ich könnte beschreiben, wie ich plötzlich auf Ideen komme. Oft geht das in meinem Kopf so schnell und spontan, dass ich keine Ahnung habe, woher der Anstoß kam. Ich weiß nur, dass ich einen Ausschnitt vom Kragen auf einem Foto gesehen hatte.

Das sah ungefähr so aus

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Am Anfang war also das Shirt und lag ungefähr so vor mir.

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Mit so gut wie keiner Ahnung, wie ich anfangen sollte, trennte ich erstmal den Besatz vom V-Ausschnitt ab. Bei den Ärmeln griff ich zur Schere und langsam entwickelte sich ein Plan. Allerdings störte der Ausschnitt erstmal mein Vorhaben. Mein Shirt sollte in der Mitte bis zum Hals gehen und da klaffte jetzt dieses unsägliche V! Doch ich rückte diesem Problem mit der Schere zuleibe, begradigte die Stelle und produzierte im Handumdrehen ein neues Problem.

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Also eigentlich nicht, ich nahm es nur an, handelte ab dem Moment aber so, als hätte ich ein Problem mit der Länge. Wäre ich schnell mal in das Shirt hineingeschlüpft, wäre mir aufgefallen, dass alles im grünen Bereich ist.

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Doch ich tat es nicht und letztlich war es gut so, denn sonst hätte ich jetzt wahrscheinlich ein einfaches weißes Shirt, zwar mit dem Schnitt, den ich wollte, aber hinten und vorne gleich.

Stattdessen griff ich zu einem weißen Spitzenstoff, von dem ich mir ein paar Zentimeter abschnitt und an das Vorderteil nähte.

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Aufmerksame Betrachter des obigen Fotos werden jetzt sicher denken „Vorderteil? Hat sie das Shirt verkehrt rum an?“ Ja, hat sie! Denn tatsächlich war es bei dem T-Shirt völlig egal, wo vorne und wo hinten ist, nachdem der Kragen beseitigt wurde. Und somit hätte ich das angebliche Problem nämlich gar nicht haben müssen. ABER: Über diese verspätete Erkenntnis kam ich zu dem Spitzeneinsatz, der jetzt für mich ein kleines Highlight des Shirt ist und mich zu der Kragenblende verleitete.

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Tatsächlich bin ich über diese vermeintlichen Hindernisse oft ganz froh, weil sie mein sonst eher schlichtes Gemüt zu neuen Wegen führen. Aber das ändert sich scheinbar gerade langsam. Ich bin jetzt auf den Geschmack von Bändern & Co. gekommen. D.h. viel habe ich noch nicht vernäht, mir aber erstmal einen dicken Vorrat angelegt.

Das weiße Shirt war also fertig und ich war begeistert davon. Prompt zog ich es am nächsten Tag an und während ich durch unseren Ort lief, winkten mir plötzlich wildfremde Leute zu, Autofahrer, die mir entgegenkamen, lachten mich an, einer pfiff aus seinem LKW… ich war fast schon ein wenig enttäuscht, dass keiner hupte.

 

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Nachdem Shirt 1 bei den Temperaturen recht schnell durchgeschwitzt war, wollte ich jetzt noch ein weiteres haben. Aber diesmal mit einem Turtleneck, vorne wie hinten.

Ich nahm Shirt 1 als Vorlage und bastelte mir erstmal ein Papierschnittmuster.Nummer 2 verlief demnach problemlos und ich wurde fast schon übermütig, denn ich vernähte an die Armausschnitte ein Wäschegummi. Das passte ganz hervorragend zu dem Punkten.

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Ich bin so begeistert von diesem Shirt, dass ich Euch wahnsinnig gern den Schnitt als Download zur Verfügung stellen würde. Es scheitert bisher lediglich daran, dass ich keine Ahnung habe, wie ich ihn digitalisiert und als PDF einstellen kann. Ich wäre für Tipps und Ratschläge wahnsinnig dankbar. Allerdings möchte ich keine teuren Programme kaufen. Es soll ein Freebook werden, in das ich außer Zeit und voraussichtlich einigen Nerven nicht weiter investieren will.

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Übrigens habe ich außer dem T-Shirt noch ein paar andere Kleinigkeiten aus der Kiste fertig gemacht. U.a. habe ich bei 2 paar Shorts die vorderen Hosentaschen vergrößert. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber eine Hosentasche, in die ein Schlüsselbund nicht richtig reinpasst, ist keine Hosentasche. Für solche Projekte sind Stoffreste ein wahrer Segen und sie sind ratzfatz fertig.

 

Ihr Lieben, ich wäre Euch wirklich für Tipps zum Erstellen eines Freebooks sehr dankbar. Zur Not finde ich einen anderen Weg, aber ich würde mich darüber wirklich sehr freuen. Genießt diesen wunderbaren, bisweilen sehr heißen Sommer und freut Euch schon mal auf das nahende Wochenende.

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unterschrift

Die Fakten

Schnitt: Ich erwähnte schon – er ist von mir.

Stoff: altes weißes Männershirt, gepunkteter Viskosejersey von Driessenstoffen

Verlinkungen: Sewlala, Du für Dich am Donnerstag, Freutag

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12 Kommentare zu „Die ominöse Kiste – Upcycling eines Männershirts

  1. Hallo Julia,

    ich glaube, dass es am einfachsten wäre, wenn du den Schnitt selber gar nicht zur Verfügung stellst. Statt dessen wäre eine genaue Skizze, anhand dessen sich jede(r) den Schnitt selber zeichnen kann, mit den Centimeter- Maßen (und vielleicht da und dort eine Winkel- oder Hilfslinie, wo erforderlich) m.E. völlig ausreichend. Es ist ein T-shirt, noch dazu von allen Seiten symmetrisch (was ich so sehe), und kein kompliziertes Abendkleid. Die Methode ist auch viel kostengünstiger/umweltschonender und geht auch viel schneller als einen Stapel A4 Seiten ausdrucken, zusammenkleben, ausschneiden …..

    In jedem Fall freue ich mich schon auf das E-Book !!
    lg Barbara

    P.S. Und eine Skizze ließe sich auch besser über soziale Netzwerke, besonders Pinterest (!!) teilen – gut als Promo für deinen tollen Blog!

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Julia,

    einfach nur WOW!
    Ich liebe Upcycling von ausrangierten Kleidungsstücken und deine Shirts bringen das nochmal auf eine neue Ebene!

    Bezüglich Anleitung sehe ich es eigentlich auch so, dass du dir nicht zuviel Mühe machen solltest. Jeden Schritt fotografieren oder skizzieren und einen erklärenden Satz dazu schreiben reicht meines Erachtens vollkommen aus (also mir zumindest).
    Ich freue mich schon sehr auf eine Anleitung! 🙂

    Liebe Grüße
    Silvia

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    1. Liebe Silvia,
      es istnso ermutigend, wenn auch Du schreibst, dass eine Skizzen mit Anleitungen reicht. Ich werde mich die Tage damit auseinandersetzen und es dann mit Ankündigung hochladen. Vielen Dank für Deine Worte.
      Liebe Grüße
      Julia

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  3. Hi Julia, das ist echt so super geworden! Wobei mir der Audrey Hepburn Aufdruck bei dem anderen auch super gefällt! Schön, dass du mit den beiden (oder eher drei 😊) Shirts bei Sew La La dabei bist! Liebe Grüße Melanie

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    1. Danke, Melanie. Die Glitzer-Audrey muss ich demnächst mal wieder nachmalen, bevor sie ganz verblasst. Ich mag das Shirt auch. Zur Not muss sie auf ein anderes Oberteil umziehen.
      Liebe Grüße und schönes Wochenende!

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  4. Die Idee ist ja toll. Und das Shirt steht dir ausgezeichnet.
    Über eine Anleitung würde ich mich auch freuen, hier liegen auch noch ein paar Shirts rum die meinem Mann nicht mehr passen aber vom Stoff schön sind.
    Liebe Grüße Sandy

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  5. Eine super Upcycling Idee! Das sind sehr schöne Shirts und ich mag Umwege und Zufälle und spontane Richtungsänderungen. Wär doch sonst langweilig, wenn man immer alles genau nach Plan abarbeiten würde. Ich hab meine letzen beiden Tops nach Freebooks genäht, die sind einfach nur eingescannte handgezeichnete Schnitte. Wenn du keinen Scanner hast, das geht im Copyshop auch. Ich würde es wohl so machen: A4 Papier leicht mit Tesa zu einem ausreichend großen Bogen zusammensetzen, den Schnitt aufmalen, das Tesa wieder abziehen und die Seiten einscannen als PDF. Aber eine bemaßte Skizze könnte in dem Fall auch bestimmt total ausreichend sein.

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    1. Da sind wir auf einer Wellenlänge… die besten Ideen habe ich mitunter wegen Fehlern jedweder Art. Umwege sind scheinbar meine Spezialität. Ganz liebe Dank für den Tipp mit der Skizze. Ich freue mich total über das Feedback. Hab ein schönes Wochenende!

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