Wie man Ärmel verlängert – Ich bin völlig geschlaucht

Wie man Ärmel verlängert – Ich bin völlig geschlaucht

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Das hört man dieser Tage viel. Der jährliche Weihnachtsstress: Geschenke kaufen oder selbermachen, Plätzchen backen, Weihnachtsfeiern, Planungen für das Weihnachtsmenü, planen der Besuche usw. Und gleichzeitig wird einem überall, vorallem aus Geschäften eine besinnliche Weihnachtszeit gewünscht. Aber wer hat sie wirklich, diese besinnliche Weihnachtszeit?

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Sehr besinnlich geht es bei mir nicht wirklich zu, aber das ist meine Einstellung zu Weihnachten allgemein. Ich bin hier sehr offen für Kommentare und Einwände. Tatsächlich gibt es bei uns keine Geschenke zu Weihnachten. Seit meine Kinder ausgezogen sind, haben wir alles umgestellt. Bis auf meinen ältesten Sohn, haben fast alle in meiner Familie, inklusive mir, rund um Weihnachten Geburtstag, was früher in wirklichen Stress ausartete. Erst hat mein Freund Geburtstag, einen Tag danach mein Jüngster, dazu Adventskalender machen/kaufen, am 6.12. noch an Nikolaus denken und am 24.12. Geschenke unter den Tannenbaum legen. Meine Eltern hatten ähnlichen Stress mit mir, die ich  2 Wochen nach Weihnachten Geburtstag habe und in der Zeit eine Phobie gegen Geburtstagsgeschenke in Weihnachtspapier entwickelte. Und vor allem danach dann 1 Jahr lang keine Geschenke mehr. Mein ältester Sohn hat da mehr Glück (bzw. bessere Planung seitens der Eltern), weil er im Juni geboren ist.

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Warum also bin ich gerade völlig geschlaucht? Weil ich Wortspiele liebe….  Seit kurzer Zeit bin ein großer Fan des Schlauchkleids von The Couture. Das Freebook hatte ich mir schon im Sommer heruntergeladen, nähte es aber nicht, weil ich Rollkragen oder Turtleneck im Hochsommer nicht tragen wollte. Jetzt ist aber Winter und Rollkragen am Kleid sind ideal. Das Freebook von Kira beinhaltet jedoch kurze Ärmel, aber die ließen sich im Nu verlängern. Wie das geht?

Ärmel verlängern – gewusst wie!

Ihr messt von Eurer Schulter mit angewinkeltem Arm bis zum Handgelenk.

 

Bei mir sind es 63 cm. Dann ermittelt Ihr die Bündchenweite, indem Ihr das Massband locker um das Handgelenkt legt. Diese beiden Werte werden jetzt benötigt, um den Ärmel zu verlängern.

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Ich sehe rot… 12 Colours of Handmade Fashion

Ich sehe rot… 12 Colours of Handmade Fashion

Ja, was soll ich sagen – der eine oder andere erkennt das Kleid wieder und denkt sich, dass es das letzte mal aber blaugestreift war. Hier ist jetzt keiner Farbenblind, ich musste diesen Schnitt nur unbedingt nochmal machen und als Selmin aka Tweed and Greet für die 12 Colours of Handmade Fashion rot bekannt gab, war ich schnell entschieden, es nochmal mit roten Ringeln zu nähen. Darum kann ich hier wenig Neues erzählen und beschränke mich einfach auf die Farbe.

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Roter Teppich, Rotkäppchen und der Wolf, Rotkäppchen Sekt, rotes Tuch, Alarmstufe rot, rote Rosen, Rötung, Morgenrot, Abendrot, blutrot, rote Augen, Signalrot, rosarote Wolke, roten Kopf kriegen, es fehlt der rote Faden.

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Rostrot, Rot werden, die rote Lola, das Rote Meer, Rotkohl, Rothaut (politically totally incorrect!), Rotkehlchen, Rotwild, Rot am Mann (ach nee, dass war Not), Rot am See (ein Ort in Baden Würtemberg), Rothenburg, Rottweiler (keine Beschwerde bitte, da steckt das Wort rot sehr wohl drin. Den Rotstift braucht Ihr jetzt nicht ansetzen.

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Susie Slip Slub

Susie Slip Slub

Das Susie Slip Dress und was ist Slubjersey

Als ich letztens das Schnittmuster für das Susie Slipdress von Wardrobe by me, bekam, fiel meine Stoffwahl auf Koshibo, einem wunderbar weichfallendem Material, dass ähnlich wie Seide fällt. Den Blogbeitrag findet Ihr hier.

Der Schnitt gefiel mir außergewöhnlich gut und ich wollte es unbedingt noch einmal aus Jersey nähen. Dabei hatte ich einen Viskosejersey im Kopf, aber weder eine Vorstellung, ob uni oder gemustert noch welche Farbe.

Bei Instgram entdeckte ich zufällig die Aktion von Pepelinchen „1 Stoff viele Möglichkeiten“ und schaute mich in ihrem Shop um. Es ging um einen Slubjersey, der mir auch noch unter dem Namen Flame Jersey bekannt ist. Dabei handelt es sich um einen Jersey, der aus einem unregelmäßigem Garn gestrickt wird. Während die Hersteller sonst unregelmäßige Garne aussortieren, wird beim Slub extra drauf gezählt, um einen Shabby-Look zu erreichen. Meist werden Kleidungsstücke im Oversize Look gefertigt, mal mit Rollsaum oder Prints, mal ganz ohne.

Dieser Slubjersey interessierte mich für mein 2. Susie Slip Dress. Für ein Kleid wollte ich eine schöne Farbe haben und wählte den Ton Aqua. Die Verarbeitung mit Jersey verlief genauso problemlos wie beim ersten Kleid. Lediglich entdeckte im Schnittmuster eine Stelle, die ich jetzt entweder beim Koshibo Kleid verkehrt dafür beim Slubjersey richtig oder andersrum gemacht habe. Beiden Kleidern sieht man es nicht an.

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Die Lernkurve bleibt flach

Habe irgend etwas gelernt? Meistens lernt man beim Nähen irgendetwas dazu – oder auch nicht. Aber die Dinge, die man eigentlich weiss, sollte man beachten.

Nämlich Folgendes: Auch wenn ich es bisher so gut wie nie gemachte habe und immer wieder gern auf Argumente dagegen höre, ist es beim Slubjersey sehr wohl angezeigt, dass man ihn vorher wäscht. Er läuft nämlich etwas ein.

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Die Hochzeit

Für eine lockere Hochzeitsfeier vor den Toren Flensburg war das Kleid aber auch ungewaschen geeignet. Mit dem Aquablau passte ich hervorragend an die Küste. Mit einem passenden Kurzblazer drüber, der gegen die Kälte wichtig war, sah selbst ein Jerseykleid sehr schick aus. Und während wir auf das Brautpaar warteten, ergriff ein Freund die Gelegenheit und machte ganz viele Fotos von mir in dem Kleid. Das wiederum heiterte die anderen wartenden Gäste auf, weil ich mich von einer Pose in die andere Schmiss. Leider habe ich die Fotos nie zu Gesicht bekommen und wie ich später erfuhr, war der liebe Freund sich auch nicht sicher, ob er den richtigen Knopf gedrückt hatte (kommt leider bei fremden Kameras vor). Aber die Kulisse mit Leuchturm und Meer im Hintergrund wäre schon schön gewesen.

Bei welcher Gelegenheit auch immer es war, setzte ich mich auf etwas Undefinierbares in braun, was zu Flecken direkt am Po bzw. am Kleid auf Pohöhe führte. Darauf wurde ich allerdings erst auf dem Weg ins Hotel aufmerksam gemacht. Möglicherweise trug ich aber ein zweites Mal zur Belustigung der Gäste bei.

Spätestens dieser Fleck machte eine Wäsche notwendig. Wieder zu Hause und frisch von der Wäscheleine genommen, warf ich mich ins Slipdress, um für den Blog Fotos zu machen und da merkte ich dann, dass es eingelaufen war. Das ist die eine Theorie. Die andere Möglichkeit liegt vielleicht aber auch an dem Kuchenbuffet der Hochzeit.

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Milliblus – viel mehr als Anfängernähen

Wie heißt es immer so schön im Fernsehen: Der nachfolgende Beitrag wird Ihnen präsentiert von….
(was oder wer auch immer…)
Mein heutiger Beitrag wird nicht präsentiert von Milliblus, sondern ganz allein von mir und meiner Liebe zu ihren Stoffen.
Wir sind erst seit dem Frühjahr zusammen und haben uns rein zufällig durch das Internet kennengelernt. Unser erstes Date, das durch das Königskind in Friedberg ermöglicht wurde, war der Jersey mit Frauenköpfen. Ich sah den Stoff und wusste sofort – der ist es!!! Es war Liebe auf den ersten Blick.

Ich verblieb erstmal bei den Frauengesichtern, denn ich entdeckte schon beim ersten Besuch im Stoffladen den wunderbaren rosafarbenen Stoff aus Webware mit Elastananteil. In Verbindung mit der ersten Stoffliebe und der Sehnsucht nach Frühling, mit den einhergehenden Frühlingsgefühlen, kaufte ich den Stoff und nähte Shorts.

 

Liebe auf den 2. Blick

Mit dem Shirt und den Shorts war ich glücklich. Doch ich hatte ja noch mehr Stoffe entdeckt und der Frühling und somit auch unser Urlaub nahte.
Ich brauchte Kleider. Und wer hatte den passenden Stoff für meine Kleider? Oder war es eher andersrum, dass ich den Stoff sah und sofort dazu Kleider im Kopf hatte – ach, wie in jeder Liebesbeziehung vergisst man manchmal kleine Details.

 

 

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Fashionrevolution: Was man mit einem Hemd alles machen kann

Fashionrevolution: Was man mit einem Hemd alles machen kann

In meinem ersten Beitrag zur #Fashionrevolution Week und der Initiative #Haulternative von mamimade habe ich einige Stücke gezeigt, die ich im Laufe eines Jahres aus alten Kleidungsstücken gemacht habe.

Heute möchte ich Euch anhand eines alten Flanellhemdes meines Freundes zeigen, wie ich so ein Projekt beginne, wenn ich noch nicht genau weiß, was daraus entstehen soll.
Ich muß gestehen, dass ich eigentlich schon wußte, was ich aus dem Hemd machen will, aber während ich die Fotos machte, kamen mir andere Ideen.

Wer sich für Upcycling, Refashioning, Repurposing von Kleidung interssiert, dem rate ich, einfach einmal mit dem Stück zu experimentieren. Mein erster Schritt ist eben, das Kleidungsstück, in diesem Fall das Hemd, nicht mehr als Hemd zu sehen, sondern zu versuchen, was ich alles damit anfangen kann, indem ich es einfach mal anders anziehe.
Eine andere Möglichkeit, besonders bei Hosen, ist es, erstmal die Innennähte aufzutrennen und dann genauso damit zu spielen, wie ich es mit dem Hemd mache. Vielleicht kommen Euch dabei noch ganz andere und eigene Ideen.

Hier ist erstmal das Hemd

Es ist zumindest bei meinen Projekten von Vorteil, dass ich durch meinen Partner wirklich große Hemden bekomme.

Dann geht das Experimentieren los. Ich beginne mit einer Rockvariante:

Knopfleiste einmach mal nach hinten.

 

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Fashionrevolution

Fashionrevolution
Fashionrevolution – eine Revolution der Mode? Ich habe mich über den Begriff Mode ein wenig informiert und letztlich dabei bemerkt, dass es gar nicht so sehr um eine Revolution in der Mode geht, sondern viel mehr um eine Revolution in unsere Haltung zu Kleidung bzw. der Bekleidungsindustrie.
Ursprünglich hatte ich diesen Post mit den Worten beginnen wollen, dass jeder von uns mit Mode zutun hat, selbst diejenigen, die meinen, sich nicht für Mode zu interessieren. Nachdem ich ein wenig recherchiert habe, ist das aber tatsächlich nicht richtig. Mode, so Wikipedia, hat vielmehr mit vorherrschendem Geschmack, Überzeugungen, Bräuchen und Zeitgeist zutun. Sie unterliegt einem ständigen Wandlungprozeß, der letztlich im gesellschaftlichen Kontext als üblich und dem Zeitgeist entsprechend angesehen wird.
Bei der Fashionrevolution geht es jedoch in erster Linie darum, auf die Mißstände in der Bekleidungsindustrie aufmerksam zu machen. Die ist zwar eng mit der Modeindustrie verbunden, doch selbst Menschen, die sich nicht für Mode interessieren, brauchen Kleidung.
Dann ist da die sogenannte „Fast Fashion“, Modebekleidung, die billig hergestellt wird und deren Haltbarkeit mehr als zu wünschen übrig lässt.
Doch nicht nur Fast Fashion wird in Billiglohnländern unter miserablen Bedingungen hergestellt. Es gibt zahlreiche Designer, die ihre Kreationen dort fertigen lassen. Ein teures Designerteil zu kaufen, ist also keine Garantie für faire Herstellung.
Übrigens gilt das auch für Schuhe und Lederbekleidung.

Ich frage mich immer, was man tun kann, damit sich das ändert? Unser Wohlstand beruht zum Teil auf dem Rücken von billigen Arbeitskräften, die am Monatsende um die 60 Euro als Lohn erhalten und für die eine 40 Std. Woche, bezahlter Urlaub, Krankenversicherung, Sozialleistungen, Arbeitnehmerrechte, Kündigungsschutz, usw. ein Fremdwort ist. Jeder der selbst näht, weiß wieviel Arbeit in einem Kleidungsstück steckt. Zudem natürlich auch Kosten für das Material, Strom, usw.

Wenn wir jetzt aus sozialer Verantwortung heraus die Modeindustrie boykottieren, verlieren bestenfalls die Nähfabriken in den bekannten Billiglohnländern wie z.B. Bangladesh Aufträge. Näherinnen würden als erstes ihren Job verlieren, der aber trotz der miserablen Bedingungen überlebensnotwendig ist. Würde die westliche Bekleidungsindustrie hingegen Druck auf die Besitzer der Nähfabriken ausüben, könnte es etwas ändern.
Tragisch ist es allerdings, dass erst der Einsturz der Textilfabrik vor 4 Jahren in Bangladesch ganz langsam zu einem Umdenken passieren musste.
Im Radio hörte ich zu dem Thema heute morgen eine Arbeitsrechtlerin aus Bangladesch. Sie erzählte, dass sich seit der Katastrophe damals in puncto Sicherheit schon einiges geändert hätte. Früher starben im Jahr 200 Menschen durch Unfälle in den Fabriken. Heute sind es „nur“ noch 5-10 Menschen. Meiner Meinung nach 5-10 Menschen zu viel. Die Arbeitsrechtlerin aus Bangladesch forderte in dem Radiobericht dennoch dazu auf, weiterhin Kleidung mit dem Aufdruck „Made in Bangladesh“ zu kaufen, aber mit Verantwortung. Man soll sich erkundigen, ob die Kleidung aus einer Fabrik stammt, wo die Arbeitsbedingungen besser sind. Nachzuhören ist der relativ kurze Beitrag unter Deutschlandradio Kultur Mediathek, Studio 9.

Und ich für meinen Teil finde eben auch, dass ich gekaufte Kleidung dementsprechend lange trage, abändere oder repariere, wenn es nötig ist.

Es gibt viele Möglichkeiten aus diversen Gründen abgelegte oder kaputte Kleidung neues Leben einzuhauchen. Das naheliegendste ist, sie zu reparieren. Doch wenn mir ein Teil nun gar nicht gefällt, es zu klein oder zu groß geworden ist? Ich könnte es zum Altkleidercontainer bringen, aber was dann mit der Kleidung passiert ist in zahlreichen Dokumentationen zu sehen. Es gibt aber auch noch Secondhandläden, Ebay und andere Verkaufsportale, dazu caritative Einrichtungen, die die Kleidung an Bedürftige abgibt, aber nur, wenn die Kleidung wirklich noch tragbar ist, sonst geht es von dort aus in die Altkleidersammlung.
Ich habe vor einiger Zeit damit begonnen, aus alter Kleidung neue Sachen zu machen.

So entstanden aus alten Hosen, die mir zu groß geworden waren diese Stücke:

 

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Ein Interview, Outtakes und keine gute Überschrift

Pünktlich zum Quartalsende habe ich gerade eine kleine Schreibblockade. Ich habe meinen Text jetzt schon 3 mal begonnen. Jedes mal anders, jedes mal bei den ersten Sätzen fest davon überzeugt : „das ist es!“ und dann ging mir die Luft aus.
Was macht man gegen so etwas? In einem Kurs „Kreatives Schreiben“ lernte ich einst, dass man sich erstmal freischreiben muss. Also schreibe ich mich jetzt erstmal frei. Denn tatsächlich schwirren mir gerade so viele Dinge im Kopf herum, dass sie noch nicht so ganz zu greifen sind.
Ich möchte eigentlich einen ersten kurzen Rückblick auf das laufende Jahr machen. Ursprünglich wollte ich mein neues Kleid vorstellen, aber dann erhielt ich heute eine Nachricht, weshalb ich meine Pläne über Bord warf, weil ein Blogpost über mein wirklich schönes Kleid dem anderen Thema nicht gerecht werden würde.
Während ich heute die ersten Fugen kratzte, war ich gedanklich schon längst beim Blog. Das Ergebnis ist, dass ein Teil der Fugen draußen wirklich toll sauber sind, mein Kopf noch immer leicht konfus. Aber das ist nun einmal so und wenn dieser Beitrag konfus erscheint – das kommt Euch nur so vor. In meinem Kopf ist es häufiger so. Also müsst Ihr da jetzt durch und wehe, jemand hört auf an dieser Stelle zu lesen. 
Ende Januar hatte ich gerade eine meiner Jeans-Wendetaschen online gestellt und kurz darauf einen weiteren Beitrag (der mir gerade nicht einfällt). Dann bekam ich eine Email von Anja Jäger, die mir in etwa schrieb „toll, gefällt mir sehr“. Nun stand aber leider im Betreff nicht, zu welchem Teil sie den Kommentar geschrieben hatte und ich fragte nach. So kamen wir in Kontakt. Es dauerte nicht lang und Anja Jäger, Künstlerin und Kreativcoach, fragte mich, ob sie ein Interview mit mir machen könnte. (Das vollständige Interview ist auf ihrer Seite hier zu lesen).
Da das mit dem Ruhm und dem Montmartre bisher noch nicht so geklappt hat (siehe hier ), halten sich die Interviewanfragen in Grenzen. Mein Letztes gab ich ungefähr 2003 oder 2004 einer lokalen Zeitung.
Ich freute mich über die Anfrage und sagte zu. Etwas später schickte mir Anja Jäger die Fragen zu und erläuterte, dass wir das Interview am besten telefonisch machen würden.
Ich bekam die Fragen und dachte erstmal… „Uffz! Was für ein Glück, dass ich darüber nochmal in Ruhe nachdenken kann.“ Die Fragen waren nicht schwierig, aber es waren für mich die Art Fragen, bei denen die Antwort bei mir nicht wirklich bewußt ist. Beispielsweise was Kreativität für mich bedeutet. Gefühlsmäßig ist mir das vollkommen klar, aber das jetzt auch noch in Worte zu fassen und dann so, dass der andere versteht was ich meine, stellt mich vor eine Herausforderung. So ging es mir mit diversen Fragen. Als dann der Termin kam, hatte ich mir zuvor schon einige Notizen gemacht, die ich aber am Ende gar nicht wirklich brauchte, denn das ganze Interview war kein Frage-Antwort Gespräch, so wie ich es mir vorgestellt hatte, sondern ein wirklich schönes Telefonat. Es dauerte fast eine Stunde und ich redete und redete.
Etwas später schickte mir Anja dann das Interview zu und ich war wirklich beeindruckt, wie sie die Essenz von dem, was ich mit gefühlten 20.000 Wörtern erzählt hatte, kurz und trefflich erfasst hatte.
Mich hat dieses Gespräch nachhaltig beschäftigt. Vor allem, als ich den Text las, den Anja Jäger geschrieben hatte. Ich las ihn und dachte „Toll!“ Im nächsten Moment wurde mir aber erst wirklich klar, dass es da ja um mich geht. In der Tat hatte ich ihn zuerst aus einer Art Vogelperspektive gelesen und langsam sickerte es in mich hinein, dass ich das war und ich empfand einen gewissen Stolz auf das, was ich bisher so gemacht habe.
Dieser Stolz ist für mich sehr wichtig, weil ich früher die Tendenz hatte, alles mögliche abzuwerten, klein zu machen, oder mit „Glück gehabt“ anzusehen. Ich lerne noch immer zu erkennen, was ich eigentlich kann und zusätzlich lerne ich täglich durch das, was ich mache und sehe dazu. Natürlich bin ich keine Schneidermeisterin, ich bin keine berühmte Malerin, Designerin oder Autorin. Ich werkel sehr gerne zu Hause vor mich hin und seit ich die Sachen auch im Internet präsentiere, wird mir bewusst, wie schön es ist, wenn ich Rückmeldungen bekomme. Das inspiriert und motiviert mich sehr. 
Ich habe viele Ideen und im Gegensatz zum letzten Jahr, wo es mir um diese Zeit nicht so gut ging, muss ich nicht alle auf einmal umsetzen. Ich werde geduldiger – auch mit mir selbst.
Der Bagpack z.B. den ich erst letzte Woche fertig bekam, reifte eine ganze Weile in meinem Kopf. Es gibt einige Stellen, wo ich glaube, dass sie besser sein könnten, aber es ist wie es ist.

Vor einer Weile las ich in einem Blog über die Schwierigkeit, einen eigenen Grundschnitt zu erstellen. Ich habe das auch schon gemacht und saß in meinem Arbeitszimmer mit Geodreieck, Stift, Papier, Maßband und – ganz wichtig – der Taschenrechnerfunktion meines Handys weil ich eine hundsmiserable Kopfrechnerin bin. Für jemanden, der das Schneiderhandwerk nie erlernt hat, ist es wirklich nicht ganz einfach. Aber genau das ist es ja, was den Beruf des Schneiders ausmacht. Er/Sie hat es erlernt. Ob Friseur, Schneider, Kindergärtner, Automechaniker und alle anderen Lehrberufe und Studiengänge, sie dauern nicht umsonst mehrere Jahre. Könnten wir innerhalb kürzester Zeit mal eben schnell ein Grundschnitt erstellen und nach unseren Bedürfnissen umwandeln, dann würden wir all diejenigen, die das Handwerk von der Pieke auf gelernt haben, herabsetzen.
Ich bin leidenschaftliche Autodidaktin, was nicht immer von Vorteil ist. Ob Malen, Nähen, Glas schneiden oder was auch immer ich an Projekten angehe – ich spüre immer wieder meine Grenzen und das ist gut so. So kann ich viele Dinge, aber nichts wirklich richtig gut, aber gut genug und immer besser.
Auf Youtube stieß ich einmal auf ein Video von einem Schneider. Das Video ging ca. 15 Minuten und zeigte, wie er ein Knopfloch von Hand nähte. Ich konnte nicht aufhören hinzuschauen. Es war so unglaublich faszinierend, mit welcher Perfektion er die Stiche machte. Das war Kunst. Meine Nähmaschine offeriert mir ca. 4 verschiedene Knopflöcher, aber keines davon wird jemals an eins heranreichen, das von Hand genäht wurde.
Dennoch bin ich stolz auf mich. Ich habe in den letzten Jahren beim Nähen und auch beim Malen sehr viel dazugelernt. Gleichzeitig habe ich bei meinem Stolz auf mich auch eine Demut und Bewunderung gegenüber denjenigen, die ihr Handwerk richtig erlernt haben und/oder bereits von Natur aus über wesentlich mehr Talent verfügen als ich.
Im Interview mit Anja Jäger betonte ich einige Male, dass man sich nicht ständig mit anderen vergleichen soll und auf mich trifft das unbedingt zu. Einschränkend muss ich aber dazu sagen, dass der Vergleich mit anderen auch sehr motivierend sein kann, wenn man sich dadurch nicht einschüchtern, sondern motiviert fühlt. Es geht darum, seine Grenzen zu erkennen und das was man kann, zu würdigen.
Gestern abend hatte ich nach langer Zeit wieder Kontakt zu einem sehr lieben Menschen, Mehrdad Zaeri, den ich einst über die Künstlerplattform Menschkunst kennenlernte. Er ist Künstler/Illustrator und ich erinnere mich, dass er sich vor vielen Jahren für ein Studium an einer Kunstschule in Hamburg bewarb und abgelehnt wurde. Dennoch ging er seinen Weg beständig weiter. Jedes Jahr freue ich mich auf einen seiner Kalender, die u.a. bei der Büchergilde Gutenberg erscheinen. Er ist für mich eine der wenigen Ausnahmen der Regel. Er ist ein wundervoller Künstler, der von einer Kunstschule abgelehnt wurde, sich aber dadurch nicht vom Zeichnen abhalten ließ und heute diverse Bücher und Zeitschriften illustriert und andere tolle Projekte macht.
 
Mein letztes Paar Spitzenschuhe
Während meiner Ballettausbildung – und ich komme langsam zum Ende – lernte ich etwas sehr Wichtiges. Das tägliche mindestens 6-stündige klassische Training im Ballettsaal war extrem fordernd. Wer aber einmal seine Ballettausbildung abgeschlossen, vielleicht im Ensemble getanzt hat, hat die Körperbeherrschung und Grundlagentechnik, um alles mögliche Tanzen zu können und es aussehen zu lassen, als wäre es das Leichteste auf der Welt. Durch meine Ausbildung erkenne ich heute bei Tänzern sehr schnell, ob sie eine abgeschlossene Ballettausbildung haben oder Ballett als Nebenfach hatten. Mit anderen Berufen ist es eben nicht anders.
In Barcelona war ich im Picasso Museum und ich sah dort die ersten Bilder, die Picasso als Jugendlicher gemalt hatte. Sie unterscheiden sich von seinen letzten Werken in jeglicher Hinsicht. Aber er hatte Malerei studiert und hatte zudem ein unglaubliches Talent. Er beherrschte die Technik. Doch dadurch, dass er das alles konnte, hatte er die uneingeschränkte Freiheit später seinen Stil zu entwickeln. So wie ein klassisch ausgebildeter Balletttänzer jeden Stil tanzen kann, den er will – Modern, Hip-Hop, Jazz… was auch immer.
Nach so vielen Worten will ich allen Interessierten sagen: Seid stolz auf das was ihr macht. Habt eine gewisse Demut vor denen, die es gut beherrschen und lernt davon.
Ausnahmen bestätigen immer die Regel. So ist mein Beitrag auch heute nicht amüsant, sondern eher ernst, aber auch das bin ich.
Wer dazu tendiert, sich durch andere und ihre Werke demotivieren zu lassen, lasst Euch sagen: Jeder hat Stärken und Schwächen. Dokumentiert werden meist nur die Stärken. Darum plädiere ich auch gern für das Imperfekte.
Ein wunderbares Beispiel dafür sind meine Fotos. Wenn ich durch die vielen Aufnahmen auf meiner Kamera blättere, schaffen es nur wenige davon, im Blog gezeigt zu werden. Die meisten werden gleich gelöscht. Hin und wieder sind sie aber so schlecht, dass sie schon wieder lustig sind und ich habe immer mehr Spaß daran, eben auch Outtakes zu zeigen, die natürlich auch einer strengen Zensur unterliegen.
Darum präsentiere ich jetzt zum Abschluß noch einige meiner Outtakes wider dem Perfektionismus.

Ich danke Anja Jäger ganz, ganz herzlich für die Gelegenheit, ein Interview geben zu dürfen. Schaut Euch auf ihrer Seite um. Sie ist ein sehr interessanter Mensch/Künstlerin mit vielen Interessen und einem unglaublichem Einfühlungsvermögen.
Bei Milliblus entschuldige ich mich dafür, dass ich meinen vorgesehen Blogpost über das Kleid auf nächste Woche verschiebe, aber ich glaube, dass ist nicht so schlimm, weil ich gerade gestern über sie schrieb und die Leidenschaft für die Stoffe hält an.
Ich wünsche allen einen schönen Donnerstag und rumse jetzt mal ein wenig, weil das hier so viel für mich ist, auch wenn die Fotos lediglich Outtakes sind.
Getreu dem Motto vom gestrigen Post: Was tut man nicht alles, um die Menschen in seiner Umgebung zu belustigen.