Ich packe meine Cambag

Ich packe meine Cambag

Ihr Lieben,

was soll ich an einem Tag machen, an dem mich die Dunkelheit ein wenig in ihren Klauen hält, aber dennoch einen versprochenen Blogpost schreiben will?

Ich schreibe ihn trotzdem, denn das eine hat mit dem anderen nichts zutun und ich freue mich, dass ich noch ausreichend Energie und Lust dazu habe.

Theresia von Crearesa hat eine tolle Tasche entworfen. Das Muster ist zwar nicht niegelnagel neu, aber verbessert weil vergrößert. Und da ich kein Fan von kleinen Täschchen bin, war es nur natürlich, dass ich die größeren Cambags probenähen wollte. Wenn ich mich richtig erinnere, war der Rock Resa mein erstes Probenähen überhaupt und ich erinnere mich noch an die entspannte und lockere Atmosphäre in ihrem Team.

crearesa, probenähen, upcycling, denim, jeans, tasche, cambag tessa large, cambag, cambag tessa, lippenstiftstoff, das königskind, taschen nähen, diy tasche, innentasche, futterstoff, wendepailletten, derdiedaspunkt, blogger ü50, mode ü50, fashion 50 plus,

Jetzt ist Taschennähen nicht wirklich mein Steckenpferd. Gut bekam ich einst die Geobag von Pattydoo hin und meinen eigenen Bagpack, der allerdings mittlerweile seine Schwachstellen zeigt. Danach folgten noch 2 Strandtaschen und gut war. Kleidung nähen ist eben eher mein Ding. Aber die Cambag Tessa Large wollte ich nun mal haben und man kann ja auch durchaus seinen Horizont erweitern und aus seiner Komfortzone elegant herausgleiten. So fand ich mich mit gefühlten 50 Schnitteilen in mehrfacher Ausführung auf dem Boden wieder und versuchte irgendwie Ordnung in das Chaos zu bringen.

 

crearesa, probenähen, upcycling, denim, jeans, tasche, cambag tessa large, cambag, cambag tessa, lippenstiftstoff, das königskind, taschen nähen, diy tasche, innentasche, futterstoff, wendepailletten, derdiedaspunkt, blogger ü50, mode ü50, fashion 50 plus,

crearesa, probenähen, upcycling, denim, jeans, tasche, cambag tessa large, cambag, cambag tessa, lippenstiftstoff, das königskind, taschen nähen, diy tasche, innentasche, futterstoff, wendepailletten, derdiedaspunkt, blogger ü50, mode ü50, fashion 50 plus,

crearesa, probenähen, upcycling, denim, jeans, tasche, cambag tessa large, cambag, cambag tessa, lippenstiftstoff, das königskind, taschen nähen, diy tasche, innentasche, futterstoff, wendepailletten, derdiedaspunkt, blogger ü50, mode ü50, fashion 50 plus,

Wenn ich beim Kleidungnähen sehr, sehr oft die Anleitung einfach beiseite lege, in manchen Fällen zumindest mal drüber hinwegfliege, so sass ich nach kurzer Zeit mit der ausgedruckten Anleitung da und las sie wirklich Schritt für Schritt durch. Ja, ich entdeckte sogar Tippfehler, die ich aber aufgrund der erhöhten Konzentration gar nicht melden konnte. Es kam am Ende so weit – und leider habe ich das Foto nicht mehr – dass ich die Teile haargenau so hinlegte, wie auf dem Foto der Anleitung. Von da an arbeitete ich mich Schritt für Schritt durch. Wäre da nicht dieses tolle, wirklich idiotensichere Ebook gewesen, hätte ich jetzt keine 2 Cambags. Offengestanden hätte ich am liebsten einige Tage Pause zwischen den Taschen gemacht, aber da ich selbstverschuldet verspätet anfing, musste ich die Suppe selbst auslöffeln. Und nur eine Cambag nähen war auch keine Option. Immerhin hatte ich dafür eigens Material besorgt.

crearesa, probenähen, upcycling, denim, jeans, tasche, cambag tessa large, cambag, cambag tessa, lippenstiftstoff, das königskind, taschen nähen, diy tasche, innentasche, futterstoff, wendepailletten, derdiedaspunkt, blogger ü50, mode ü50, fashion 50 plus,

Weiterlesen „Ich packe meine Cambag“

Advertisements

Männersachen: Regenbogen oder wie man dauerhaft 10 Jahre zusammen ist.

 

Vor 10 Jahren lernte ich meinen Partner kennen. Allerdings ist das nicht richtig. Neudeutsch würde man „alternativ facts“ sagen.
Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen. Vor einer Weile trafen wir uns mit befreundeten Arbeitskollegen von ihm im tiefsten Schwarzwald. Morgens beim Frühstück fragte uns seine Kollegin, wie lange wir eigentlich schon zusammen wären und mein Partner sagte „10 Jahre“. Ich sagte erstmal nichts. Immerhin hatten wir uns am Arbeitsplatz ineinander verliebt und es damals geheim gehalten. Später auf der Heimfahrt fragte ich ihn, weshalb er „10 Jahre“ gesagt hatte und er antwortete ganz selbstverständlich: „Wieso? Wir sind doch seit 10 Jahren zusammen“. Zu dem Zeitpunkt waren wir bereits mindestens 15 Jahre zusammen. Ich musste so lachen, weil das so typisch Mann ist. Von da ab beschlossen wir, wenn man uns fragt, einfach IMMER „10 Jahre“ zu sagen. So werden wir ewig seit 10 Jahren zusammen sein.
Mein Partner ist Sohn einer gelernten Pelznäherin und wuchs mit Nähen praktisch auf. Manch einer entwickelt eine Leidenschaft für das, was die Eltern bzw. Mutter macht – andere nicht unbedingt. Er sah vorwiegend den Nachteil darin. Wenn es zu Hause zu flicken oder auszubessern gab, wurde es wochenlang nicht erledigt, weil erstmal die Kunden dran waren. Als ich das erste mal etwas für ihn binnen weniger Tage erledigte, war er ganz erstaunt.
Ich erinnere mich an mein erstes Kleid nach 20 nähfreien Jahren, dass ich ihm damals zeigte und er war begeistert. Dann folgte Kleidungsstück nach Kleidungsstück und anfangs war er mit dem gleichen enthusiastischem Lob dabei. Irgendwann flachte es nach und nach ab.
Ich zeigte ihm voller Stolz mein in der Nähtechnik immer besser werdenden Teile und er sagte: „Schön“.
Und wo kommt jetzt der Regenbogen aus der Überschrift her?
Ganz einfach. Dieser tolle Mann arbeitete eine Weile häufiger vom Home Office aus. Dabei hatte er oftmals nebenbei den Fernseher laufen und wurde so recht schnell zum Fan von „How I met your mother“. Ich mochte die Serie gar nicht, weil im Hintergrund immer dieses Konservenlachen zu hören ist. Aber mein mir nicht angetrauter Mann kann toll erzählen und so erzählte er mir immer wieder lustige Szenen dieser Serie, bis auch ich begann, sie mir anzusehen. Irgendwie gelang es mir, dieses Konservenlachen auszublenden und war angefixt.
In einer Folge ist die Kindergärtnerin Lily zu sehen. Ein kleines Mädchen kommt zu ihr und zeigt ihr einen Regenbogen, den sie gemalt hat und Lily sagt:“Ein Regenbogen! Wie wundervoll!“…. und das wiederholt sich immer und immer wieder, bis man das 1001. Mal sieht, wo ihr das selbe Mädchen einen weiteren Regenbogen zeigt und Lily sagt diesmal  „Schon wieder ein Regenbogen!?!?! Meine Güte, kannst Du nicht mal was anderes malen!“.
Mir wurde irgendwann klar, dass ich mit meinen genähten Kleidungsstücken genau den selben Effekt bei meinem Partner auslöste. Um dem vorzubeugen, kündige ich seitdem ein neues Teil mit den Worten: „Achtung, ich muss Dir einen weiteren Regenbogen zeigen!“ an. Das hat den Vorteil, dass ich auf ein weiteres „schön!“ eingestellt bin, er hingegen weiß, dass ich eigentlich voller Stolz bin.

Ihr seht schon, ich gehe davon aus, dass mein weltbester Partner meine Näharbeiten zwar anerkennt, aber nicht immer Lust hat, voller Enthusiasmus in Ekstase zu geraten.
Mein anderer strategischer Zug war, ihm hin und wieder etwas zu nähen. So wünschte er sich Einkaufsbeutel und eine Holzfällerjacke mit Teddyfutter. 
Die Stoffe suchte er sich jeweils selbst aus. Das Kunstkuhfell stammt noch aus einer Geburtstagsaktion im Verwandtenkreis. Aus dem Rest des maritimen Stoffes konnte ich mir selbst noch eine Tasche (Klick) nähen.
 
 
Das Schnittmuster hatte ich von einer anderen Jacke von ihm abgenommen.
 
Und da der Besitzer selbst nicht modeln wollte, übernahm ich das. Bei sitzt sie etwas lockerer.
 
 
 
 
 

Vor ein paar Tagen waren wir im Kino. Eigentlich wollten wir „Allied“ gucken, aber der lief nicht mehr. Und da weder er noch ich Lust auf irgendwelche Kinderfilme in 3D hatten, schauten wir uns „Passengers“ an. Die Handlung ist recht schnell erzählt. Eine Raumstation auf dem Weg von der Erde zu einem anderen Planeten, die Passagiere schlafen, einer wacht zu früh auf, weckt eine Passagierin, weil er so alleine ist und den Rest verrate ich nicht.
Irgendwann werden die Schuhe der Frau in Großaufnahme gezeigt und mein Partner, der sich seit meinem von mir entwickelten Schuhtick vor 3 Jahren über mich lustig macht, lehnt sich zu mir rüber und sagt doch tatsächlich: „Diese Schuhe, dass wäre doch was für Dich!“…….


Ich kann es noch immer nicht fassen, dass er das gesagt hat. Und auch nicht, dass er auf der Rückfahrt davon erzählte, dass er bei der Bluse, die die Frau in einer der letzten Szenen trug, mir doch bestimmt gefallen hätte. Einzig dass er das geniale rote Kleid von der Hauptdarstellerin nicht bemerkt hatte, gab mir den Glauben an sein Modemuffelsein ein wenig, aber auch nur ein wenig, zurück.

So ändert sich die Beziehung nach 10 Jahren. Nicht nur ich habe mich seitdem verändert, sondern er auch. Aber zum Glück ziehen wir irgendwie in die gleiche Richtung.

 
Die Fotos sind übrigens bei ihm zu Haus mit der Handykamera entstanden und werden heute bei